Abschiede

Bei unserer Arbeit kommt es immer mal wieder vor, dass wie Abschied nehmen müssen.
Es kommen nicht immer die Gesündesten oder Jüngsten zu uns.
Manchmal hilft alles nichts und wir verlieren den Kampf ums Überleben.

Auch von unseren Gnadenbrottieren müssen wir uns eines Tages trennen. Oft haben sie uns über Jahre begleitet, obwohl ihnen nur noch ein kurzes Leben vorhergesagt war.

Das gehört auch zum Tierschutz dazu. Es macht es nicht einfacher aber es ist ein Teil davon der untrennbar dazu gehört. Dies gilt es zu akzeptieren.

Manchmal ist es allerdings schon sehr hart.
So mussten wir uns in den letzten drei Wochen von vier unserer Schützlinge verabschieden.

Klara:

Clara

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Clara kam mit Margot in die Tieroase und hat uns hier noch 12 Jahre begleitet.
Sie war die Zerstörerin schlechthin. Kaum weggeschaut schon war ein Betttuch, eine Jeans T-Shirts, Tagesdecken gelöchert. Highlight ein halbes Stoffsofa in vier Stunden.
Aber wer sie kannte, liebte Sie. Ihr sanftes anschmiegsames Wesen war unvergleichlich.
Jahrelang ist sie, nachdem ich eingeschlafen bin in das Bett gehüpft und hat sich unbemerkt angekuschelt.
In ihrem jetzt 16ten Lebensjahr, war der Alltag schwer geworden. Fast blind, Arthrosen, Darmprobleme und dann eine weitgehende Lähmung der Hinterläufe.
Sie wird schmerzlich vermisst.

Kamilla:

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Als wir sie entdeckten war sie eine der scheuesten Hündinnen die ich bis dahin erlebt habe. Was immer sie erlebt hatte in ihren wenigen Lebensjahren, es hatte sie stark geprägt. Leine und Halsband ging gar nicht und anfassen wurde mit schnappen beantwortet. In den ersten Monaten haben wir sie aus unserem Hundegarten wieder reintragen müssen da sie sich nicht wieder in die Wohnung zurück traute.
Sie kauerte immer unter einem Busch und dann ganz vorsichtig, mit Handschuhen geschützt ließ sie sich, nachdem sie ein paar mal zugehackt hatte, tragen.
In der Wohnung versuchte sie größtmögliche Distanz zu halten.
Über die Jahre schenkte sie uns immer mehr Vertrauen.
Als sie das erste mal auf Couch und Bett hüpfte und nicht weg lief als wir daran vorbeigingen, war es ein unglaublich schönes Gefühl von Dankbarkeit.
Mit den Jahren normalisierte sich das Zusammenleben mit Kamilla. Wir konnten sie nie an Leine und Halsband gewöhnen, aber sie lebte die letzten Jahre recht entspannt in unserer Familie und forderte sogar Streicheleinheiten ein.
Ein Milztumor in ihrem jetzt 13 Lebensjahr beendete unser Zusammenleben.
Danke Kamilla, dass du uns so vertraut hast.

Maria:

Lady-Maria

Maria hatte ein bewegtes Leben.
Ursprünglich kam sie aus Irland, lebte dann in England und wanderte dann nach Spanien aus. Dort wurde sie zusammen mit drei anderen Hunden beschlagnahmt.
Ihr Besitzer ging mit Allen auf der Autobahn spazieren und machte einen verwirrten Eindruck. Der Zustand der Hunde war trostlos.
Sie landeten bei Freunden in Spanien und wurde dort erstmal versorgt und gepäppelt.
Gerne haben wir dann zugesagt sie aufzunehmen. Maria war schon dort das Sorgenkind.
Sie hatte einen Gesäugetumor der operiert wurde, aber es machte auch immer den Eindruck, als wäre noch mehr im Argen, ohne dass man dies fassen konnte.
Wir haben sie dann mit ins Haus genommen um sie besser einschätzen zu können.
Sie machte zeitweise den Eindruck als hätte sie Schmerzen. Die Ursache war aber nicht erklärbar. Dann bekam sie Fieber. Der Tierarzt hat dann alle diagnostischen Mittel aufgewendet und nach zwei Tagen war die Ursache gefunden. In der Leber hatten sich Tumore gebildet. Die Blutwerte verschlechterten sich dramatisch, sie konnte kein Essen  mehr bei sich behalten und wurde extrem schmerzempfindlich.
Sie wurde zwölf Jahre alt und wir hatten das Glück, dass wir diesen freundlichen und lebenslustigen Hund kurz begleiten durften.

Blacky:

dav

Blacky entdeckte Margot vor fünf Jahren unter den Kleinanzeigen eines Anzeigenblätchens. Altes Shetty für 10,00 Euro ! zu verkaufen.
Man konnte ahnen was auf ein Pony zukommt kann, wenn es für 10,00 Euro angeboten wird.
Noch am selben Tag zog Blacky bei uns ein.
Er mag damals so um die 25 Jahre alt gewesen sein. Als Mitgabe gab es noch einen Sack “Pferdefutter” der sich dann aber als Hasenfutter herausstellte. Der ehemalige Besitzer lebte schon ein wenig in seiner eigenen Welt.
Blacky hat sich dann aber toll entwickelt und super in unsere Pferdegruppe eingelebt.
Sein Augenlicht war nicht mehr das Beste, aber er schloss sich einfach einer Shettystute an und folgte ihr auf Schritt und Tritt. Seine Blutwerte waren ganz passabel aber seine Leberwerte machten schon früh Sorgen. Er brauchte immer sein Spezialfutter um fit zu bleiben. Trotzdem hat er noch fünf Jahre lang,  Offenstall und 24 Stunden Weidegang genießen können.
Dann kam der Tag an der die Leber nicht mehr konnte.
Jetzt hat er die Weidegründe gewechselt.

 

 

 

4 Antworten

  1. Das ist nur ganz schwer zu ertragen – so gute Freunde zu verlieren. Aber ihr habt ihnen in ihren letzten Jahren noch so viel gegeben!

  2. Nun laufen mir die Tränen. … ich kann es euch gerade so sehr nachfühlen. Bei allem Schmerz ist es aber tröstlich, dass sie bei euch sicher und geborgen leben durften. Schlaft in Frieden, ihr lieben alle…

  3. Oh man, mir laufen die Tränen. Alles alles Gute euch!

  4. Vier in so kurzer Zeit – das ist bitter, aber leider gehört es tatsächlich dazu, und was bleibt, sind immerhin viele einzigartige Erinnerungen! Alles Gute für Euch und Eure Schützlinge, für die Ihr der Anker im Leben seid!